Mitarbeitende wünschen sich mehr Support
55 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass ihnen Vorgesetzte während der Pandemie vorwiegend bei ihren täglichen Aufgaben unter die Arme gegriffen haben. Jeweils 48,6 Prozent freuten sich über Hilfe bei der Anpassung an die neuen Arbeitsmodelle und über einen Motivationsschub in dieser herausfordernden Zeit. Die Unterstützung bei der persönlichen Entwicklung und Weiterbildung sowie bei der Schaffung einer optimalen Work-Life-Balance – beispielsweise durch Überstundenausgleich oder Sportprogramme – belegten mit 47,1 und 42 Prozent die letzten beiden Plätze.
Auch wenn diese Ergebnisse zunächst sehr positiv klingen, gibt es in der Wahrnehmung trotzdem Unterschiede. So haben 65,6 Prozent der Arbeitnehmer seit der Pandemie nicht den Eindruck, dass ihre Vorgesetzten eine unverzichtbare Hilfe bei der Bewältigung ihrer täglichen Arbeit sind. Führungskräfte sehen das anders – 84,8 Prozent halten sich für unverzichtbar. Diese Diskrepanz lässt sich dadurch erklären, dass Führungskräfte ihre Entscheidungen und Einstellungen eher bestätigt wissen wollen, während Mitarbeiter naturgemäß eher dazu neigen, ihre Vorgesetzten zu kritisieren.
Hier zeigt sich: Gerade aktuell ist Teamgeist wichtiger denn je, schließlich geht jeder mit der Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen anders um. Manche Mitarbeiter fühlen sich in ihrer täglichen Arbeit stark eingeschränkt oder im Homeoffice allein gelassen. Deshalb ist es hier Aufgabe, der Führungskräfte, genau hinzuhören und Warnsignale frühzeitig zu erkennen und auf die Stimme der Mitarbeiter zu hören. Das Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Dazu gehört, dass Führungskräfte auf die physischen, mentalen und zwischenmenschlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen, übrigens nicht nur in Krisenzeiten. Hier empfehlen sich beispielsweise regelmäßige Gesprächstermine für die Mitarbeiter. Häufig sind kleine Änderungen ausreichend, um den Stress der Mitarbeiter zu verringern, beispielsweise, wenn sie einen Teil ihrer Aufgaben erst am Abend erledigen, wenn tagsüber keine Betreuung für die Kinder vorhanden ist. Manchmal reicht auch der regelmäßige Austausch, durch den die Mitarbeiter sich ernst genommen fühlt. Das kann sich wiederum positiv auf die Motivation auswirken. Mit den zunehmenden Lockerungen und der Rückkehr ins Büro sollten Führungskräfte beispielsweise einen groben Zeitplan und erste Maßnahmen kommunizieren, um den Angestellten eine Orientierung zu geben. Durch diese Offenheit entsteht langfristig ein produktives, stressfreies Arbeiten und damit eine stärkere Teamdynamik.